Die Freiburger Staatsanwaltschaft hat Mordanklage im Fall einer im Januar 2003 verschleppten und getöteten Frau aus Bad Krozingen erhoben. Beschuldigt wird ein 54 Jahre alter Bekannter der Reinigungskraft. Er soll sie damals in den frühen Morgenstunden abgepasst haben, um sie wegen eines möglichen Fehlverhaltens zur Rede zu stellen. Dabei soll er die damals 57-Jährige auch geschlagen und in sein Auto gedrängt haben. Das haben die Ermittlungen in dem jahrelang ungeklärten Fall inzwischen ergeben.
In einem Waldstück bei Ehrenkirchen soll der Mann sie dann anschließend auch mit einem Messer bedroht und sich schlussendlich dazu entschlossen haben, sie mit mehreren Stichen zu töten, so der Verdacht. Die entkleidete Leiche hatte Ende März 2003 eine Spaziergängerin hinter einem Baumstamm entdeckt.
Gegen den Verdächtigen gibt es noch weitere Vorwürfe: Direkt nach der Bluttat soll es mit der Geldkarte seines mutmaßlichen Opfers zur nächsten Bank gefahren sein und dort Geld abgehoben haben.
Bewegung in den Kriminalfall hatte im September 2018 ein neuer Hinweis aus dem Umfeld des festgenommenen Mannes gebracht. Danach haben die Ermittler noch einmal die sichergestellten DNA-Spuren genauer überprüfen können und es kam so zu einem Treffer.
Der Beschuldigte landet nun wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge vor Gericht. Die Anklage sieht dabei gleich drei Mordmerkmale als erfüllt an: Die Gewalttat soll heimtückisch, zur Verdeckung einer Straftat und aus niedrigen Beweggründen geschehen sein.
Einen konkreten Termin für die Verhandlung vor der Schwurgerichtskammer des Freiburger Landgerichtes gibt es noch nicht. Er dürfte nach einer umfassenden Prüfung der Akten aber voraussichtlich in den nächsten Wochen folgen.
(fw)
Für rund 3000 Gebäudereiniger in Freiburg geht es aktuell um bessere Arbeitsbedingungen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt steht aktuell in Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Im Zentrum steht dabei die Zeitdruck-Problematik. Rein rechnerisch hat eine Putzkraft im Schnitt gerade einmal 2 Minuten und 19 Sekunden Zeit, um ein 18-Quadratmeter großes Büro sauber zu machen, kritisiert die Gewerkschaft. Ein Großteil der Beschäftigten könnte unter diesem Stress nicht so gründlich arbeiten, wie es eigentlich sein sollte, heißt es dort.
Einer aktuellen Umfrage zufolge nimmt auch die Fläche zu, die der Einzelne putzen muss: Mehr als jede zweite Reinigungskraft habe in den letzten zwei Jahren ein größeres "Revier" zugewiesen bekommen. Die Gewerkschaft fordert jetzt ein Gehalts-Plus von mindestens 80 Cent pro Stunde. Bei der niedrigsten Lohngruppe würde ein Gebäudereiniger dann im Schnitt auf einen Stundenlohn von 10,35 € kommen. Ein Angebot der Arbeitgeberseite liegt bislang noch nicht vor.
In Weil am Rhein hat eine Reinigungskraft drei Einbrecher in die Flucht geschlagen. Die Frau hatte in den frühen Morgenstunden ein Café geputzt – als die Täter versuchten durch ein Fenster einzusteigen. Die Einbrecher flüchteten, als sich die Angestellte bemerkbare machte. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Polizei blieb allerdings erfolglos.