
Polizei veröffentlicht Kriminalitätsstatistik für Freiburg
Weniger Straftaten, aber weiter an der Spitze im Land
Freiburg bleibt Spitzenreiter bei der Kriminalitätsbelastung in Baden-Württemberg. Dennoch zeigt die neue Polizeistatistik einen Lichtblick: 2024 sank die Zahl der Straftaten (ohne Ausländerrecht) um 7,7 Prozent auf 23.376 – der erste Rückgang seit 2020. Auch die Zahl der Taten im öffentlichen Raum ging um zehn Prozent zurück.
Stabil hoch bleiben hingegen die Gewaltdelikte mit 1.931 Fällen – der zweithöchste Wert in zehn Jahren. Die Aufklärungsquote sank auf ein neues Tief. Sorgen bereiten vor allem Messerangriffe: 138 Fälle, landesweit Spitze. Tatorte waren unter anderem der Europaplatz und der Stühlinger Kirchplatz. Polizeipräsident Semling plädiert für Messerverbotszonen – Gespräche mit der Stadt laufen bereits.
Auch Raubdelikte nahmen zu: 228 Fälle, vor allem rund um den Stühlinger Kirchplatz. Einen Rückgang gab es bei Fahrraddiebstählen (2.315 Fälle), die dennoch im Land Vergleich Rekordniveau erreichen. Der Schaden beläuft sich auf rund sieben Millionen Euro. Selbst ein Polizeidienstrad wurde geklaut.
Im gesamten Präsidiumsgebiet liegt Freiburg (mit den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Lörrach und Waldshut) auf Rang drei hinter Stuttgart und Mannheim. In Lörrach bleibt die Kriminalitätsbelastung landesweit am höchsten. Auffällig sind hier Gewalttaten und Angriffe auf Geldautomaten.
Zudem verzeichnet die Polizei mehr Fälle von Partnergewalt (2.135) und Cybercrime (1.439). Der Schaden durch Internetkriminalität stieg auf 1,3 Millionen Euro. Weniger wurden hingegen Wohnungseinbrüche gemeldet.
(br)